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Partysommer 2014 – Cocktails aus Italien

30. Juli 2014 by Jani Plückthon

Partysommer 2014 – Venezianische Sommerträume für den kleinen Geldbeutel

Nachdem wir uns im letzten Beitrag vor allen Dingen mit den Trends aus den Vereinigten Staaten und Spanien bzw. in Lateinamerika beschäftigt haben und auch Pina Colada und Caipirinha nach der WM in Brasilien nicht so hoch im Kurs stehen werden, widmen wir uns im zweiten Beitrag unserer Reihe einer einzigen Stadt. Venedig ist im Laufe der Jahre zum Synonym sommerlicher Sektmixgetränke geworden. Alle hier vorgestellten Rezepte haben wenige Umdrehungen und eignen sich daher ideal für designierte Fahrer. Am besten fahren sie jedoch ohne einen Tropfen Alkohol im Blut. Falls sie sich jedoch trotzdem dem Grundsatz „don´t drink and drive“ entsagen wollen, so informieren sie sich vor Reisebeginn über ihren Alkoholhaushalt. Hierzu sind handliche Blutalkoholtester (Link zu Amazon) am besten geeignet, aber auch unser Alkoholrechner kann Sie darüber aufmerksam machen, ob Sie sich an der Grenze des Erlaubten befinden.

Sgroppino al limone – Gegen den Tod in Venedig hilft nur ein Sgroppino

Kaum eine Stadt Italiens wird von einer wabernden Schwüle beherrscht wie Venedig. Das Wasser, auf dem die Lagunenstadt gebaut ist, reflektiert das Wasser und das Kondensat gelangt direkt in die Atemwege, die Kleidung klebt am Körper. Scirocco und Seeluft verwandelt Venedig in das Manaus Italiens. Dies wusste schon Thomas Mann als dieser seinen Protagonisten Aschenbach durch das stickige Venedig halluzinieren ließ. Die Erfahrung mit dem Sommerwetter hat die Venezianer gelehrt leichte und bekömmliche Drinks zu kreieren. Prosecco, Wodka, Zitroneneis und ein kleiner Schuss Sahne macht den Sgroppino zum idealen Begleiter eines Ladyabends am Pool oder eines Wellnesswochenende. Der Wodka kann übrigens klassisch italienisch durch Limoncello ersetzt werden.
Quelle: http://www.dielorbeerkrone.com/2010/07/sgroppino-prosecco-zitroneneis-cocktail.html

Bellini – Die Steigerung des Sgroppinos

Wir bleiben in Venedig und widmen uns dem Klassiker der leichten Sommercocktails, dem Bellini. Benannt nach Guiseppe Bellini, dem Renaissancemaler, ist auch das Getränk von außerordentlich hoher Qualität und runden Geschmacks. Der Sekt oder Prosecco gibt dem Bellini die Säure und die Erfrischung, der Pfirsich der in selbigen getränkt wird, gibt osmotisch seine Süße ins Glas ab. Der Bellini eignet sich besonders gut für Abende, wenn sie ihrer Umgebung einen Hauch italienischer Grandesse verleihen wollen, so z.B. beim partnerschaftlichen Fernsehabend im Garten oder dem Balkon bei Kerzenschein und einem romantischen Film. Aber der Bellini ist auch bei Hochzeiten immer wieder ein gern gesehener Gaumenschmaus.

Original Venetian Sunset

Amerikaner neigen dazu vieles zu vereinfachen, bei Cocktails ist dies umgekehrt. Alles muss „Fancy“ sein und möglichst kompliziert. Der heutige Venetian Sunset ist eine Mischung aus Tonic Water Vermuth, Campari, Grand Manier und Gin auf Eis ergeben zweifellos ein schmackhaftes Getränk, doch ein zweiter Drink und sie sind schon ein Fall für unseren Alkoholrechner.
Der originale Venezianer ist gegen der landläufigen Meinung eben nicht kompliziert. Venezianische Verschwörungen gab es vielleicht in der Renaissance oder im Barock und bei Donna Leon. Natürlich ist der Venezianische Karneval ein Reigen des Spiels und der Verführung, doch Venedig ist für den einfachen Menschen kein Krimi oder Karneval der Eitelkeiten. Der normale Venezianer geht einer normalen Arbeit nach, hat eine normale Familie, schaut normale Krimis und ist auch sonst eher für die einfachen aber schönen Dinge im Leben zu haben. Er verzichtet auf viel Chi Chi, doch ein bisschen Prosecco darf es schon sein, dessen Säure dieses Mal durch Limetten, Zitronen und deren Säften noch verstärkt wird. Frangelico, ein Haselnusslikör, in Verbindung mit Zuckersirup stellt diese perfekte Symbiose aus Säure und Süße wieder her, die venezianische Mixgetränke zu so einzigartigen Durstlöschern machen.
Quelle: http://www.examiner.com/article/venetian-sunset-cocktail (auf englisch)

Veneziana (o) und Hugo – Eine spannende Mischung.

Venezia und Tirolo verbindet schon seit Jahrhunderten eine Art Hassliebe. Hier die Serrenissima, die sich manchmal etwas ziert und sich dem „Bergvolk“ überlegen fühlt, dort Südtirol mit seiner kernigen Hauptstadt Bozano. Beide Regionen verbindet eine gepflegte Hassliebe, die aus der Grenzziehung nach dem ersten Weltkrieg entstand. Die Geschichte beider Regionen ist schicksalhaft miteinander verknüpft. Seit der Römerzeit gibt es Handelsstraßen zwischen den Regionen. Im Spätmittelalter lag hier die Haupthandelsroute zwischen Süddeutschland und dem damaligen Wirtschaftszentrum der europäischen Welt Venedig. Venedig lieferte Waren aus der ganzen Welt, doch die exotischen Waren aus Indien und China mussten durch das enge Hier der Veneziano, von ganz Italien auch „spriiiizz“ genannt, dort der Hugo den ganz Italien „Ugo“ ausspricht. Und auch in ihrer Beziehung zum Tiroler „Hugo“ spielt sie wieder die Grandessa und erscheint in orangenfarbenen erstrahlenden Rotweinglas, während der Hugo in dezenten Weiß auftritt. Während der bodenständige Tiroler auf die Mischung aus Mineralwasser, Holundersirup und Sekt schwört, kommt die eitle, reiche und auch etwas geizige Venezianerin nur mit Aperol zur Verabredung. Gemeinsam bestellen sie einen guten Prosecco und mischen sich ihre eigenen Getränke. Kein Auftakt für einen gelungenes Date zwischen Venezianer und Tirolesern, wenn sie nur wüssten, wie sehr ihr Geschmack sich ähnelt.
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_%28Cocktail%29 und http://de.wikipedia.org/wiki/Spritz

Die Vorteile der venezianischen Mixgetränke liegen auf der Hand. Auf Sektbasis lassen sich durch wenige Ergänzungen fabelhafte Getränke zaubern.

Für die hier beschriebenen Drinks benötigen sie in ihrer Hausbar lediglich:

Basiszutaten

Prosecco oder Sekt, Eiswürfel

Spirituosen

Aperol
Frangelico
Wodka

Analkoholisches

Zitronensaft/ Limettensaft
Zitronensorbet (auch leicht selber herstellbar)
http://www.chefkoch.de/rezepte/172541075391633/Zitronensorbet.html
Mineralwasser

Obst

Weißer Pfirsich
unbehandelte Limetten/ unbehandelte Zitronen

Sirups und Säfte

Zuckersirup
Holundersirup
Limettensaft/Zitronensaft

Aus nur zwölf Zutaten fünf Drinks, sowas ist auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich. Die Grundzutaten sind günstig. Prosecco ist heute auch nicht mehr teuer und von den etwas teureren Aperol und Frangelico braucht man nur geringe Mengen, so dass dieser lange genutzt werden kann. Für einen Abend können bei einem günstigen Einkauf mit 50 Euro bereits fünf Drinks für mindestens fünf Personen hergestellt weden. Das Schöne: Sind die Zutaten erst erworben, so senkt sich der Preis sehr schnell. Mit einer weiteren Flasche Prosecco dürften bereits zehn Leute mit einem Drink versorgt sein.

Viel Niveau für kleines Geld. So könnte der Leitspruch der Stadt Venedig sein. In Fakt lautet dieser „Viva San Marco!“ Nach der kurzlebigen Stadtrepublik, die sich im großen Revolutionsjahr 1848 gebildet hatte und ein Jahr später von österreichischen Truppen zurückerobert wurde. Aber Shakespeares Kaufmann von Venedig ist nicht umsonst geizig. Der Ruf eilt der Stadt voraus und hält sich hartnäckig. Es ist zwar nicht das Motto der Stadt, aber der umtriebigen Geschäftsleute, die die Metropole im Spätmittelalter und der Renaissance zu ihrer jetzigen Grandessa gebracht haben. Und wer große Sommerparties feiern möchte, den seien die venezianischen Cocktails nicht nur aus diesem Grund wärmstens empfohlen.