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Bier brauen a la Hobbythek – Eine Hommage an den Hobbybrauer Pionier Jean Pütz

18. Februar 2013 by Jani Plückthon

Zwirbelbart und Kölscher Akzent, dies sind die Merkmale von Jean Pütz. 1982 durchbrach er ein Tabu. Zum ersten Mal wurde in Deutschland öffentlich eine Anleitung zur Bierherstellung gezeigt. Zuvor fristeten Hobbybierbierbrauer ein Schattendasein. Malz gab es nur in der Apotheke und die spezielle Hefe mussten bei den Brauereien angefragt werden. Einen wahren Boom löste Jean Pütz mit dieser Hobbytheksendung aus und eine Reihe von Familienvätern begann in ihren Kellern Bier zu brauen. Aus einfachen Haushaltsutensilien und den Zutaten des Biers konnte man ohne großen Aufwand Bier herstellen. Das Ergebnis war ansehnlich und noch appetitlicher. Die Anleitung gab als Begleitbuch beim WDR und im Buchhandel zu kaufen. Leider ist „Das Hobbythekbuch – 7“ nur noch in Antiquitätenbuchhandel oder bei ebay erhältlich. Wir haben uns dennoch die Mühe gemacht Ihnen das Rezept aus der Hobbytheksendung zu notieren, hierzu jedoch mehr im nächsten Artikel.

Die Hobbythek-Regelung

Viel wichtiger für jeden Hobbybrauer waren die zähen Verhandlungen der WDR Wissenschaftsredaktion mit dem deutschen Staat. Erstmals wurde einem breiten Publikum das Bierbrauen ermöglicht. Dabei lag eine Ausstrahlung der Sendung lange in der Schwebe. Wie zäh man verhandeln musste um diese Ausgabe der Hobbythek senden zu dürfen, wird zum Ende der Sendung deutlich. Jean Pütz berichtet hier von seinen Auseinandersetzungen mit dem Westdeutschen Finanzministerium, die zwar relativ kulant eine private Braugenehmigung erteilte, dennoch strenge Regelungen bezüglich der Ausstrahlung, der Inhalte und der Bierverordnung setzte. Dank der Hobbythek und Jean Pütz wurde diese Regelung aufgeweicht:

Wortlaut Pütz: „Wir haben aber hier eine Bagatellregelung für die Hobbythek aushandeln können, nach der gestattet ist, dass von der Steuerpflicht befreit wird, wer nicht mehr als 25 L monatlich braut. Voraussetzung dafür ist, dass das nicht regelmäßig geschieht. Sobald Sie in jedem der 12 Monate eines Jahres Bier brauen bzw. mehr als 25 L in einem Monat, müssen Sie von der gesamten gebrauten Biermenge die erwähnten 12 Pfennige pro Liter als Steuer zahlen.“

Während einige Szenen heute nur noch skurril wirken, wie der Malzmangel in der BRD (Teil I 5:10), die Anmoderation von Pr. Dr. Suffkopf vom bierologischen Institut der Universität Bierbach (1:30 Teil II) oder der Selbstbau einer Würzespindel (Teil III 2:20), ist diese Regelung heute noch aktuell, wobei die steuerfreie Menge auf zwei Hektoliter beschränkt wurde.

Interessante Fakten zur Biersteuer

Wussten Sie übrigens, dass der deutsche Staat im Jahr mehr als 700 Mio. Euro an Biersteuer einnimmt? Dies bedeutet, dass sie bereits bei 0,6 Promille Alkohol im Blut durch Umlage der Steuer auf Lieferanten und Kunden, mindestens 8 Cent Biersteuer mitbezahlt haben.  Sie zahlen also nicht nur ein Bußgeld von über 500 Euro und werden mit einem 4 Monaten Fahrverbot bestraft, wenn Sie zu viel Alkohol im Blut am Steuer haben. Sie zahlen gleich mehrfach. Das Bußgeld, die Mehrwertsteuer und die vom Brauer in den Preis des Biers mit hinein berechnete Biersteuer. Wollen Sie wissen wie viele Biere 0,6 Promille genau sind, um diesen unangenehmen Umstand zu vermeiden? Dann empfehlen wir Ihnen den Premium Alkoholrechner.  Möchten Sie wissen, was der Staat bei der letzten Feier mit ihnen an der Biersteuer verdient hat? Geben Sie einfach die Promillezahl ein und multiplizieren sie die Anzahl der angezeigten Normalbiere mit 8. Nutzen Sie den umgekehrten Promillerechner. Beide Rechner finden sie übrigens auf www.promille-alkohol-rechner.de.

 

Hier geht es zur Fortsetzung dieses Artikels mit der Beschreibung des Rezeptes zur Herstellung eines eignen Bieres.

 

Links zu den Videos:

http://www.youtube.com/watch?v=Esw_e1ZE418 (Teil I)

http://www.youtube.com/watch?v=u-a13AEqyhE (Teil II)

http://www.youtube.com/watch?v=FHxG9KW_lNo (Teil III)

http://www.youtube.com/watch?v=55P77WbsyaM (Teil IV)


3 Comments

  1. […] hier nun, die Fortsetzung des Artikels vom letzten Monat. Das Rezept des Hobbybrauerpioniers Jean […]

  2. ich sagt:

    Ich kommentiere mal hier, weil es auf der Seite „Bußgeldrechner-Alkohol“ nicht geht.
    Und zwar denk ich, dass der Rechner einen Fehler enthält.
    Wenn ich —keine Probezeit—Fahrrad—erstesmal—0.3 Promille (oder höher)— eingebe, dann kommt als Ergebnis „Strafanzeige“.
    Das kann nach meinem Wissen nicht stimmen. Bitte überprüft das doch mal.
    Ansonsten halte ich dieses Tool auch in einem anderen Punkt für verbesserungswürdig. Probezeit ja/nein, Auto/Fahrrad und erstes/zweites/drittesmal anzuklicken, das macht Sinn, im Ergebnis sollte aber dann gleich für alle Alkoholisierungsgrade angegeben sein, was als Bußgeld bzw. sonstigen Strafen droht, so dass man nicht 0,1-Prozent-weise weiterklicken muss, bis man den nächsten „Grenzwert“ für eine Strafverschärfung rauskriegt.
    Ansonsten: Schöne Seite – danke!
    🙂

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